Manche Wochen packen mehr in sieben Tage, als andere sich über ein ganzes Quartal zu verteilen trauen. Das war so eine Woche. Ein kleiner Rückblick.
Willkommen zurück auf dem Verarius-Blog. Der heutige Eintrag ist etwas anders – weniger sezieren, mehr verbinden. Denn die vergangenen zwei Wochen waren ein Crashkurs darin, was passiert, wenn man aufhört, Ereignisse als isolierte Punkte zu behandeln, und anfängt, sie als Teile desselben Bildes zu sehen.
Im Januar bin ich gemeinsam mit Uwe Leider und Asmus Eggert in die Geschäftsführung der mip Consult GmbH eingetreten. Das war nicht geplant. Es ist aus einem ersten Treffen heraus entstanden, bei dem ich fragte, wofür mip eigentlich steht, und die Antwort bekam: „Menschen, Information und Prozesse." Verdammt, dachte ich – so hätte ich mein eigenes Verarius auch nennen können, denn GENAU dafür steht es. Aus diesem ersten „Aha" wuchs eine Zusammenarbeit, bis wir uns entschlossen, es offiziell zu machen. Nicht geplant, nicht kalkuliert – Serendipität in Reinform. Was ich erst jetzt zu spüren beginne, ist, wie schnell das neue Kapitel seine eigene Prämisse auf die Probe stellt. Diese zwei Wochen waren ein wilder Ritt – und die spannendsten Dinge passieren nicht innerhalb von Blasen, sondern im Raum dazwischen. Und es liegt an uns, diesen Raum zu schaffen und zu beanspruchen!
Der IHK-Nachfolgetag. Ich durfte mip beim Nachfolgetag der IHK Berlin vertreten, und meine kleine VWL-Seele hat einen kurzen Ausflug ins Nirvana gemacht. Nachhaltigkeit war hier kein Buzzword auf einer Folie – sie war der ganze Punkt. Unternehmensnachfolge handelt von Lebenswerk, Verantwortung, Kontinuität und Veränderung gleichzeitig. Fachlich komplex, emotional noch tiefer. Während Berlin sich als Startup-Hauptstadt feiert, zeigte sich in diesem Raum eine andere Wirtschaft: Menschen, die bereit sind, richtig dicke Bretter zu bohren. Unternehmerinnen und Unternehmer, die den Mut hatten zu sagen: Ja, wir suchen eine Nachfolge, ja, wir öffnen unser Lebenswerk für das nächste Kapitel. Oder anders gesagt: Auch das sind Gründer – nur Gründer mit Geschichte und einer Story, die es verdient, laut und deutlich erzählt zu werden. Etwas davon habe ich ins nächste Event mitgenommen …
Die Berlin-Warschau-Konferenz. Tage später, die Polnische Botschaft in Berlin. Der Anlass: 35 Jahre Städtepartnerschaft Berlin–Warschau – eine Generation, in der mehr als nur Kooperation entstanden ist. Ein Korridor aus Talent, Ideen und Unternehmen, die sich ganz natürlich zwischen beiden Märkten bewegen. Wobei – ein Korridor? Botschafter Tombiński setzte den Ton: Aus dem „Korridor" sollte ein „Valley" werden. Nicht nur als Anspielung auf das Silicon Valley, sondern als Vision – den gemeinsamen Raum für Innovation zu vergrößern, mehr Berührungspunkte, mehr Gelegenheiten, bei denen sich die richtigen Menschen und Ideen treffen, und mehr Chancen, dass das Glück zuschlägt. Im Panel „Growing Startup Ecosystems" brachte ich einen Gedanken ein, der mir am Herzen liegt: Innovation darf nicht in der Startup-Blase stecken bleiben. Allein in Berlin-Brandenburg stehen Tausende Unternehmen vor einem Generationswechsel – ein riesiger Markt, den kaum jemand in der Startup-Szene auf dem Schirm hat. Dass das Thema Nachfolge, das ich „reinschmuggeln" durfte, so viel Resonanz fand, hat mich wirklich gefreut. Offenbar trifft es einen Nerv – auch in Kontexten, die auf den ersten Blick wenig damit zu tun haben.
mip Consult hat seinen eigenen Platz in dieser Korridor-Geschichte. Fast 25 Jahre Erfahrung, ein deutsches Büro mit Fokus auf Datenschutz und IT-Sicherheit, ein polnisches Büro mit starker Softwareentwicklung. Zwischen beiden Welten zu arbeiten bedeutet, Regulatorik in funktionierende Systeme zu übersetzen und Infrastrukturen zu bauen, die Audits bestehen, ohne Innovation auszubremsen.
Zur selben Zeit, in Hamburg und Potsdam. Während ich auf den DSAG-Technologietagen in Hamburg war, war mein Kollege Mohammed Haidarah beim SIBB-Event zu KI in Requirements Engineering, Softwarearchitektur und Testing in Potsdam. Und da war es: Zwei Orte, ein Team. Was für uns beide herausstach: KI wurde nicht als Allheilmittel dargestellt, sondern als Werkzeug. Es ging um Chancen und Grenzen, Risiken und verantwortungsvollen Einsatz. Dass diese Punkte offen und kritisch diskutiert wurden, hat den Austausch umso wertvoller gemacht.
Und genau das ist der Faden, der sich durch alles zieht: Nachfolge und Startups, Regulatorik und Innovation, Deutschland und Polen, Hamburg und Potsdam – selber Tag, großartige Teamenergie. Nicht einfach nur Punkte verbinden – sondern Blasen zum Platzen bringen, damit Energie fließt und sich ein Crescendo aufbaut. Denn wer nur im eigenen Ökosystem unterwegs ist, verpasst genau die Verbindungen, aus denen Neues wächst.
Auf mehr davon – und auf all die großartigen Menschen, die Teil davon waren!