Lass uns die neue Woche mit einem Rätsel beginnen: Was haben Kim Ki-duk, Douglas Adams, Carl Gauss und Michail Lomonossow gemeinsam? Wenn du „DSAG-Technologietage 2025!“ geantwortet hast, liest du eindeutig meine Gedanken – aber bitte noch nicht in Fach-Schublade 2 und 5 schauen. Aber Spaß beiseite – heute erzähle ich dir von meinen Eindrücken der DSAG-Tage vor zwei Wochen. Plus: ein Fun Fact, ein Filmtipp, ein Buchtipp… oder zwei.
Zuerst aber ganz basics: Was ist die DSAG?
Laut Selbstbeschreibung ist die DSAG die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe und einer der einflussreichsten Anwenderverbände weltweit. Über 4.000 Unternehmen sind Mitglied – vom Mittelstand bis zum DAX-Konzern, von der Fachabteilung bis zur CxO-Ebene, quer durch alle Branchen in der DACH-Region.
Die DSAG-Technologietage sind ein Event, das den Austausch zwischen Expertinnen, Anwenderinnen und Enthusiast*innen ermöglicht. Es werden technologische Entwicklungen vorgestellt, es gibt Keynotes mit konkreten Umsetzungstipps für große Strategien, interaktive Sessions – und natürlich Erfahrungsberichte aus der Community. Und irgendwann wünscht man sich ernsthaft, Quantenverschränkung oder zumindest Klonen wäre weiterentwickelt, weil man an zu vielen spannenden Sessions gleichzeitig teilnehmen will.
Nach zwei Tagen kam ich mit einem Notizbuch voller Ideen zurück – und mit einem Kopf voller Eindrücke. Und weil „sharing is caring“ zu meinen Mottos gehört, will ich heute ein paar dieser Impulse weitergeben – inklusive scheinbar zusammenhangsloser Empfehlungen. Denn wie wir gleich sehen werden: Alles hängt zusammen.
Von Gauss und Lomonossow – mit Präzision
IT und Technologie spielen heute eine doppelte Rolle. Es ist faszinierend, was leistungsstarke Tools wie SAP oder andere ERP-Systeme alles können. Aber sie bleiben „nur“ Werkzeuge – die erst dann wirklich leben, wenn Fachabteilungen sie mit Sinn und Kontext füllen.
Ich habe die Führungs-Keynotes und Technik-Impulse auf den DSAG-Tagen wirklich genossen – aber am stärksten hängengeblieben sind die Lessons Learned von Anwenderinnen. Nicht von den klassischen ITlerinnen, sondern von fachlich versierten, technologieaffinen Menschen, die ihre Systeme wirklich kennen und nutzen. Die Praxisberichte zu Business-Partner-Implementierungen oder der Umgang mit Widerstand beim Aufbau von Stammdatenmanagement-Prozessen haben bei mir auf einer ganz anderen Frequenz resoniert.
Klar: alles hat einen großen IT- und Technologieanteil – da sind wir uns alle einig.
Aber erst das Zusammenspiel mit echter Fachkompetenz und dem inneren Ownership für das jeweilige System sorgt dafür, dass die Technologie ihr volles Potenzial entfalten kann.
Und jetzt der Fun Fact: Genau dieses Spannungsfeld zwischen „Technologie“ und „Fachlichkeit“ erinnerte mich an einen kleinen Schulkonflikt. Carl Friedrich Gauss sagte einst: „Die Mathematik ist die Königin der Wissenschaften.“
Was viele im englischsprachigen Raum nicht kennen: Der russische Universalgelehrte Michail Lomonossow soll trocken ergänzt haben: „...und die Magd der Physik.“
Du darfst raten, welche Version an meiner Schulwand hing.
Von Kim Ki-duk – mit Gelassenheit
Es gibt eine moderne Version der Red-Queen-Hypothese (bekannt aus „du musst rennen, um am selben Fleck zu bleiben“), die ungefähr so lautet:
Du musst viele Dinge sehr kompliziert machen, um sie am Ende ganz einfach zu bekommen.
Oder zumindest brauchst du ein fein orchestriertes Domino aus Initiativen, Studien, Projekten und Pilotphasen, um deine Organisation auf den einen Schritt vorzubereiten, der euch ins nächste Effizienzlevel katapultiert – ins technologische El Dorado, sozusagen.
Deshalb ist eine solide, durchdachte Roadmap so entscheidend. Sie muss das ganze Fundament abdecken – das (Unter-)Grundwerk, das man gerne mal überspringen will. Aber ohne das geht’s nicht.
Natürlich: Die Realität wird dich auf Umwege schicken. Umso wichtiger, dass du weißt, wo du hinwillst – und wie du wieder auf Kurs kommst.
Eine gute Roadmap ist übrigens nicht nur ein Plan, sondern auch eine Art mentale Stütze. Wie der Frühling unweigerlich zum Sommer führt, und dieser irgendwann zur Erntezeit, so wird auch dein Stammdaten- und Infrastrukturprojekt dich irgendwann an den Punkt bringen, an dem das neue ERP-System all die aufgestauten Synergien freisetzt.
Und genau hier ziehe ich mich leise zurück – und überlasse die Bühne dem koreanischen Meister Kim Ki-Duk mit seinem hypnotischen „Frühling, Sommer, Herbst, Winter… und Frühling“.
Lass dich von seinem Rhythmus tragen – und vertrau seiner stillen Weisheit.
Von Douglas Adams – mit einem Augenzwinkern
Die besagten Synergien entstehen aber nur unter einer Bedingung: Wenn „Vernetzung von Prozessen“ nicht bloß ein Buzzword bleibt, sondern wirklich in den Strukturen verankert ist – in Stammdatenmanagement, in Geschäftsprozesslogik, in Rollen und Ownership.
Silos sind super zum Lagern. Nicht zum Lernen, Verknüpfen oder Weiterentwickeln.
„End-to-End“ zu denken heißt: von ganz am Anfang (vielleicht sogar außerhalb der eigenen Organisation) bis ganz zum Schluss – beim Kunden.
Da „Silos aufbrechen“ schon ein bisschen abgenutzt klingt, übergebe ich an einen anderen Meister: Douglas Adams.
In Dirk Gently’s Holistic Detective Agency zeigt er auf wunderbar schräge Weise, wie ein ganzheitlicher Blick selbst die verzwicktesten Fälle – inklusive Mord – lösen kann.
Wir müssen es ja nicht gleich so weit treiben… aber warum nicht mal diesen holistischen Ansatz wählen, wenn du deine digitale Transformation planst?
Ich schließe diesen Beitrag also mit einer herzlichen Empfehlung – für das Buch und die Serie.
Und möge die holistische Macht mit dir sein.